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Hermann Hesse: Manchmal

Zitat

Ich war 2010, mit gerade einmal 14 Jahren, zum ersten Mal in der Psychiatrie. Ein Mädchen auf meinem Zimmer, die genauso alt war wie ich damals, hatte einen Band mit Gedichten von Hermann Hesse von ihrer Oma mitgebracht. Ich schlug das Buch auf, und folgendes Gedicht war das erste, was ich las. Und es hat mich so tief berührt, dass ich es auswendig gelernt habe und es ein wenig zu meinem Mantra gemacht habe.
Es begleitet mich, auch 11 Jahre später, immer noch in finstren Zeiten...

 

Manchmal scheint uns alles falsch und traurig,

wenn wir schwach und müd in Schmerzen liegen,

jede Regung will zur Trauer werden,

jede Freude hat gebrochne Flügel,

und wir lauschen sehnlich in die Weiten

ob von dorther neue Freude käme.

Aber keine Freude kommt, kein Schicksal

je von außen uns. Ins eigene Wesen

müssen wir, vorsichtige Gärtner, lauschen,

bis von dort mit Blumenangesichtern

neue Freuden wachsen, neue Kräfte.

Sarx hat auf diesen Beitrag reagiert.
Sarx
Zitat

Ja, wahrlich, das ist gut von H.Hesse und trifft die Täler ziemlich gut. Les ich nicht nur einmal.